Da sich dieser Bereich hauptsächlich an Studenten des 1 und 2 klinischen Semesters richtet, erstmal herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Physikum und willkommen in der Klinik. 😉
Wichtige Internetseiten
- Hessisches Landesprüfungsamt Gießen
- Kassenärztliche Vereinigung Hessen
- AMBOSS (Famulaturen)
- cirsmedical
Wichtige Kontakte
HLPUG Geschäftsstelle Gießen
Aulweg 121
35392 Gießen
Öffnungszeiten Mo.- Fr. 09.00- 12.00
Frau Elke Pecha
Tel.: 0641/99-47094
Fax: 0641/99-47099
Mail: elke.pecha@hlpug.hessen.de
AG-Austausch bvmd
Mail: Austausch-giessen@bvmd.de
Website
Was ist eine Famulatur ?
Aber was ist eine Famulatur? Laut §7 ÄappO 2002 soll der Famulus (Lat. Diener/Knecht) mit Ärztlichen Aufgaben/Ärztliche, Handeln unter AUfsicht vertraut gemacht werden.
Um euch für das nächste Staatsexamen anzumelden müsst ihr 4 Monate Famulatur nachweisen können. In diesen 4 Monaten könnt ihr euch Fachgebiete näher anschauen die euch interessieren oder unter denen ihr euch noch nichts vorstellen konntet. Wir empfehlen sich möglichst früh (ca. halbes Jahr vorher) sich um Plätze zu kümmern, da interessante/besondere Stellen oft lange vorher vergeben sind. Bewerbungen richtet ihr meist ans Sekretariat, in manchen Häusern gibt es aber auch spezielle Famulatur Koordinatoren. Einfach mal auf der INternetseite nachschauen oder anrufen. Auf Amboss findet ihr auch noch viele Tips und Tricks, den Link findet ihr oben.
Aber anders als beim Krankenpflegepraktikum, wo es egal war, wo man war, gibt es nun einige Rahmenbedingungen.
Rechtliches / Organisatorisches
- Um eure erste Famulatur antreten zu können, müsst ihr das Physikum bestanden haben.
- Können nur in der Vorlesungsfreien Zeit absolviert werden.
- Krankheitstage müssen nachgeholt werden, bei Fehlzeiten länger als 3 Tage sollte Rücksprache mit dem LPA gehalten werden.
- Ein Monat sind im Folgenden immer so viele Tage, wie der Monat Tage hat in dem die Famu startet. Ja im Februar sind das nur 28 bzw.29. Einen Monat dürft ihr übrigens splitten (16+14 Tage oder 15+15 Tage) und dann auch in zwei unterschiedlichen Einrichtungen machen.
- Zwei Monate im Krankenhaus oder stationären Rehabilitationseinrichtung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 ÄAppO) ausschließlich im Bereich der stationären Krankenversorgung, also nicht in Polikliniken, Ambulanzen, Instituten oder sonstigen Bereichen eines Krankenhauses, die nicht unmittelbar der stationären Krankenversorgung dienen. Der Famulus soll ärztliche Tätigkeiten unter Anleitung und Aufsicht entsprechend seinem Kenntnisstand verrichten, in den normalen Klinikalltag einer Bettenstation integriert werden und an ärztlichen Visiten, Anamneseerhebungen, Operationen, Therapiebesprechungen usw. teilnehmen.
- Ein Monat a) in einer Praxis (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 ÄAppO), die für eine ganztägige Ausbildung in der ambulanten Krankenversorgung geeignet sein muss (nicht geeignet im Sinne von § 7 ÄAppO ist z.B. eine Praxis, die Jeden Tag nur halbtags betrieben wird. Ein oder Zwei Halbtage, die viele Praxen haben, stellen kein Problem dar) oder b) in einer ärztlich geleiteten Einrichtung der ambulanten Krankenversorgung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 ÄAppO), wie z.B. im Sanitätsdienst der Bundeswehr, in einer Poliklinik oder in einer Krankenhausambulanz.
- Ein Monat in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung („Hausarztfamulatur“). Dazu zählen Allgemeinmediziner/Pädiater/Internisten ohne Schwerpunkt die an der Hausärztlichen Versorgung teilnehmen.
Bescheinigung: Auf der Seite des HLPUG findet ihr eine Zeugnisvorlage, die ihr am besten auch verwendet. Dort muss ein Arzt unterschrieben, sowie ein Stempel der Klinik/Institut/Praxis vorhanden sein.Achtung: Ein Ausstellungsdatum vor dem Offiziellen Ende euer Famu wird nicht akzeptiert! Bei allen Bereichen, in denen ihr euch nicht sicher seid, wie sie angerechnet werden (z.B. Anästhesie / Patho / Rechtsmedizin), ruft ihr am besten Frau Pecha an und klärt mit ihr (im Idealfall vorher), wie die Famulatur angerechnet wird.
Hausarztfamulatur
Das Besondere an der Hausarztfamulatur ist, dass in vielen Berichten hier das erste Mal richtiges “Arztfeeling” aufkommt, da man hier dem mehr dem Patienten zugewandt ist und nicht nur durch die Zimmer rennt. Zusätzlich durch das extrem breite Spektrum an Krankheiten wird es eigentlich nie langweilig, das bedeutet aber auch, dass sich die Hausarztfamulatur eher in einem späteren Studienabschnitt anbietet, wenn man bereits mehr Wissen mitbringt.
Warum sollte ich mir überlegen die Hausarzt Famu nicht in Giessen selbst zu machen?
Zum einen: Je weiter die Uniklinik / spezialisierte Versorgungszentren entfernt sind, desto eher führen die Ärzte Untersuchungen selbst durch, anstatt an den Kollegen nebenan zu überweisen. Zum anderen werden Famulaturen in Städten/Gemeinden unter 25.000 Einwohnern von der KV Hessen vergütet. Infos zur Bewerbung findet auf der Homepage der KV Hessen.
Auslandsfamulatur
Es ist möglich, jeden der obigen Abschnitte auch im Ausland zu absolvieren. Das könnt ihr euch natürlich selbst organisieren, es gibt aber auch Hilfen, hier stellen wir kurz das Auslandsprogramm der BVMD vor.
Sie organisieren euch einen Platz, eure Unterkunft und oft gibt es ein Social Programm von Studierenden vor Ort. Voraussetzung dafür sind ein bestandenes Physikum, gute Englischkenntnisse (ein Zertifikat, nicht älter als 2-3 Jahre ist immer vorzulegen z.B. DAAD hier an der Uni für 15€), (Kenntnisse der Landessprache) und offiziell eine abgeschlossene Famulatur vorher. Dafür fallen jedoch auch Bewerbungskosten von 150€ an, solltet ihr jedoch nicht genommen werden werden 125€ zurückerstattet, und solltet ihr genommen werden könnt ihr einen Erfahrungsbericht schreiben der ebenfalls erstattet wird. Auf der Seite der BVMD findet ihr noch viel mehr Infos dazu.
Ein Tipp: Eure Semesterzahl und Kenntnisse der Landessprache haben einen hohen Faktor, somit kann es auch hier ratsam sein, etwas zu warten.
Famulatur im Öffentlichen Gesundheitsdienst
Gerade zur Corona Zeit hat die Famulatur im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) neue Bedeutung bekommen. Dort werdet ihr zur Zeit hauptsächlich im Bereich der Hygiene und des Umwelt- und Infektionsschutzes eingesetzt.
Zu den anderen Bereich später, im Allgemeinen zeichnet sich die Arbeit im ÖGD dadurch aus, dass es hier ein Aufeinandertreffen verschiedenster Berufsgruppen gibt und man ein bisschen aus seiner “Mediziner Blase” geholt wird. Man wird sowohl mit juristischen als auch gesellschaftlichen Aspekten der Medizin konfrontiert, sowohl vielen Kollegen die “Nicht vom Fach” sind, Stichwort Laien Kommunikation, die wir auch erstmal wieder lernen müssen. Ein weiterer großer Vorteil ist der geregelte Tagesablauf, dadurch ist es möglich, die medizinischen Tätigkeiten, die durchgeführt werden, auch in aller Ruhe mit Betreuung eines Oberarztes durchzuführen, etwas, was in der Klinik wahrscheinlich nie passieren wird. Sobald die Corona Pandemie vorbei ist, werden auch die anderen Aufgaben wieder in der Vordergrund rücken:
Amtsärztlicher Dienst: Hierzu zählen Untersuchungen beim Eintritt in den Beamtenstatus
Kinder- / Jugendärztlicher Dienst: Hauptsächlich Schuleingangsuntersuchungen
Sozialpsychiatrischer Dienst; Hier werden viele Untersuchungsgespräche geführt, Gutachten geschrieben aber es gibt auch viele Hausbesuche.
Auch die Famulatur im ÖGD wird von der KV Hessen vergütet.
Allgemeine Tipps
Wann sollte ich meine Famulatur beginnen?
Letztendlich habt ihr 5 Semesterferien für 4 Famulaturen, ihr solltet euch also nicht ewig Zeit lassen. Es kann aber durchaus ainnvoll sein, die GRIPS-Kurse des 5. und 6. Semesters abzuwarten, wenn man nicht völlig planlos anfangen möchte.
Ich habe was Falsch gemacht, was soll ich tun?
Auch wenn es unangenehm ist, sollte man Fehler immer sofort melden, niemals verheimlichen oder lange warten, dann ist euch auch niemand böse, denn ihr seid ja hier, um zu lernen. Auf diesem Konzept aufbauend empfehlen wir auch von CIRS das S.H.I.T happens Projekt. Dort könnt ihr anonym von euren Fehlern berichten und ihr erhaltet Rückmeldung von anderen Studenten, was ihr hättet besser machen können.
Wo sollte ich meine erste Famulatur machen?
Es empfiehlt sich, gerade die erste Famulatur zwar in einem “größeren” Fach aber nicht in einem Uniklinikum, sondern kleineren Klinik (idealerweise in einem ausgeschriebenen Lehrkrankenhaus) zu machen. Dies ermöglicht es einem am Anfang, wichtige Erfahrungen zu sammeln, ohne gleich mit den schlimmsten Fällen konfrontiert zu sein, bei denen man eh nur zuschauen darf.
Gerade im OP ist Hygiene ein wichtiges Thema, seid euch hier selbst ein Vorbild, auch wenn es von anderen anders gehandhabt wird. Alleine schon, weil es immer einfacher ist den Famulanten zusammenzustauchen, als den leitenden Oberarzt.
Auch wenn es nervig ist, stellt euch immer vor, gerne auch mehrmals!
Integriert euch in das Team, besonders auf pflegerischer Seite, dort könnt ihr immer noch einiges lernen und es ist immer der Atmosphäre und dem Teamgeist positiv zuträglich.
Wenn ihr euch nicht sicher seid, stellt Fragen!!! Lieber dreimal mehr fragen, als die doppelte Dosis dem falschen Patienten zu geben. Falls es doch mal zu einem Fehler kommen sollte, geht offen damit um. Wir sind alle nur Menschen und gerade am Anfang passiert das einfach häufiger, aber wenn ihr das offen kommuniziert, sollte das nie ein Problem sein.
Wenn ihr die Möglichkeit habt, nutzt die PJ Fortbildungen oder ähnliche Projekte, auf jeden Fall solltet ihr das Gelernte des Tages nacharbeiten.
Alex – März 2021