Du willst Medizin studieren? Hier bekommst du Infos, welche Voraussetzungen man dafür erfüllen muss und wie man sich für einen Studienplatz bewirbt.
Wer kann Medizin studieren?
Grundsätzlich kann jeder, der Abitur hat, sich für naturwissenschaftliche Sachverhalte interessiert und einen gewissen Fleiß mitbringt, Medizin studieren.
Es handelt sich ohne Frage um ein arbeitsintensives Studium, aber Befürchtungen, das Studium nicht zu packen, weil man beispielsweise in der Schule kein Latein hatte oder Chemie früh abgewählt hat, braucht keiner zu haben!
Für die meisten ist die größte Hürde zunächst allerdings, einen Studienplatz zu erhalten.
Wo bewirbt man sich überhaupt?
Die Studienplätze für Humanmedizin werden zentral vergeben.
Dies bedeutet, man muss sich nicht an jeder Universität einzeln bewerben, sondern man bewirbt sich online bei der Stiftung Hochschulstart, auf deren Website ihr auch nochmal eine ganze Menge an Informationen zur Bewerbung findet.
Seit dem Sommersemester 2020 läuft die Bewerbung über deren Portal DoSV.
Es gibt keine Beschränkung mehr, wie viele Hochschulen man in seiner Bewerbung angeben darf!
Ich habe keinen Abiturschnitt von 1,0. Was heißt das für mich?
Keinen Abischnitt von 1,0 zu haben, bedeutet in der Bewerbung für Medizin keinen Weltuntergang.
Beim Bewerbungsverfahren gibt es mehrere Quoten, nach denen die Studienplätze vergeben werden können:
- Abiturbestenquote
Die Quote, an die jeder denkt, wenn es um den Studiengang Medizin geht.
Hierüber werden 30% der Studienplätze vergeben und es zählt tatsächlich als vorrangiges Kriterium das Abiturergebnis. Allerdings nicht die Note, sondern die im Abitur erlangte Gesamtpunktzahl.
- Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)
Die ZEQ bildet quasi das komplette Gegenteil der Abiturbestenquote.
Über diese Quote werden 10% der Plätze vergeben, hierbei fließt allerdings die Abiturnote garnicht mit ein.
Wichtige Kriterien hierfür sind stattdessen:
– Studierfähigkeitstests ( wie der TMS/HAM-Nat)
– Eine abgeschlossene Berufsausbildung/Berufstätigkeit
– Gespräche oder andere mündliche Verfahren
– Besondere Vorbildungen/außerschulische Qualifikationen, Ehrenamtliche Tätigkeiten etc.
Welche Kriterien wie genau gewichtet werden, variiert von Hochschule zu Hochschule.
Genauere Infos zur ZEQ (z.B. den Berufsausbildungen und den Hochschulen) findet ihr hier.
- Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)
Das AdH verbindet die Abiturbestenquote mit der ZEQ, d.h. hier werden sowohl notenabhängige als auch notenunabhängige Kriterien gewertet.
Hier zählt als notenunabhängiges Kriterium in Gießen z.B. der TMS.
Über das AdH werden mit einem Anteil von 60% die meisten Studienplätze vergeben.
Auch hier variiert das Verfahren von Hochschule zu Hochschule, aber Hochschulstart bietet wieder hier ebenfalls eine gute Übersicht der verschiedenen Kriterien.
Seit dem Sommersemester 2020 gibt es keine gesonderte Wartezeitquote mehr. Stattdessen gibt es eine Übergangsregelung, nach der die Wartezeit bis zum Wintersemester 21/22 mit in die notenunabhängigen Kriterien mit einfließen kann.
Ab dem Sommersemester 2022 fällt die Wartezeitquote ganz weg.
Was ist dieser TMS?
Der “Test für medizinische Studiengänge” kurz “TMS” ist ein sogenannter Studierfähigkeitstest, in dem in mehreren Untertests naturwissenschaftliches Verständnis, Merkfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen etc. getestet werden.
Dieser Test findet jedes Jahr statt (meistens im Mai) statt, ist allerdings kostenpflichtig (momentan 100€).
Das Ergebnis kann die Chancen in der ZEQ und im AdH verbessern.
Der Test kann aber nur ein einziges Mal geschrieben werden!
Da die Testergebnisse des laufenden Jahres meistens erst nach der Bewerbungsfrist für das Wintersemester eintreffen, darf man das Ergebnis des TMS auch nachreichen bis zu einer gesonderten Frist nachreichen.
Mehr Informationen zu Ablauf, Anmeldung etc. des TMS findet ihr hier.
Januar 2021 – Meike