Definition
Das Physikum ist der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M1) und die Erste der drei großen Teilprüfungen, die im Rahmen des Medizinstudiums, als Abschluss des vorklinischen Studienabschnittes nach mindestens zwei Studienjahren, abgelegt werden muss.
Sie umfasst einen schriftlichen und einen mündlich-praktischen Anteil, in denen jeweils die Inhalte des vorklinischen Studienabschnittes abgeprüft werden.
Die schriftlichen Prüfungen können bundesweit koordiniert zu einem einheitlichen Zeitpunkt, im März und August, abgelegt werden.
Die jeweils aktuellen Termine werden durch die entsprechenden Landesprüfungsämter bekannt gegeben.
Anmeldung
Zu Beginn des vierten Semesters haben die Studierenden die Möglichkeit sich beim LPA (Hessisches Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen, HLPUG) für das Physikum anzumelden. Dieses erfolgt in mehreren Teilschritten:
Zunächst muss ein online Antrag Beim HLfGP (Hessisches Landesprüfungsamt für Gesundheit und Pflege) gestellt werden, welcher dann in Kombination mit den entsprechenden Nachweisdokumenten (siehe unten) bei der entsprechenden Geschäftsstelle des LPA fristgerecht eingereicht werden muss. Alle weiteren Informationen, Anforderungen und Fristen werden zeitnah auf der Seite des HLfGP eingestellt: HLfGP
Die Geschäftsstelle in Gießen gibt es seit 2025 nicht mehr. Unsere Ansprechpartner sitzen in Marburg:
HLfGP Geschäftsstelle Gießen
Robert-Koch-Straße 5
35037 Marburg
Öffnungszeiten Mo.- Fr. 09.00- 12.00
Herr Tobias Trauzeddel (kommissarisch)
Tel.: 0611 3259 1465
Fax: 0611 32759 1999
tobias.trauzeddel@hlfgp.hessen.de
Angemeldet wird sich in Dreiergruppen, welche gleichzeitig schon die vorläufigen Gruppen für die praktisch-mündlichen Prüfungen sind. Erfolgt eine Einzelanmeldung, wird die Person einer Gruppe zugeordnet oder es werden entsprechend weitere Gruppen gebildet. Als Nachweis der Anmeldung erhalten die Studierenden einen Laufzettel mit Kennzeichnung der noch fehlenden, einzureichenden Unterlagen sowie einer Platznummer für die schriftliche Prüfung.
Da in Gießen an unterschiedlichen Orten die schriftlichen Prüfungen abgelegt werden können, erhalten die Studierenden bei der Anmeldung die Möglichkeit sich für eine bestimmte Örtlichkeit, sollte diese über noch genügende Plätze verfügen, anzumelden
Orte der schriftlichen Prüfung sind: (ausserhalb von Corona-Zeiten)
- Kongresshalle Gießen (Berliner Pl. 2, 35390 Gießen)
- Mehrzweckhalle Gießen-Allendorf (Untergasse 34,35398 Gießen)
- Bürgerhaus Gießen-Wieseck (Philosophenstraße 26, 35396 Gießen)
Einzureichende Unterlagen zu Physikums-Anmeldung
- Antrag zur Zulassung für die Prüfung. Diese liegen vor dem LPA aus, zusammen mit dem Infoblatt zur Prüfung. Der Antrag kann nach Erstellung eines Benutzerkontos auf der Seite des Landesprüfungsamtes gestellt werden.
- Geburtsurkunde oder Auszug aus dem Familienbuch, sowie Urkunden die eine Namensänderung zu Folge haben (z.B. Heiratsurkunde)
- Reifezeugnis oder etwas Gleichwertiges (dann aber mit Anerkennungsbescheid) Diese Urkunden können auch in Kopie vorgelegt werden, solange das Originalurkunde bei der Einreichung zusätzlich vorgelegt wird. Sonst muss es sich eine beglaubigte Kopie des Originals handeln.
- Stammdatenblätter bzw. Immatrikulationsbescheinigungen der vorklinischen Semester (zu finden auf GUDE)
- Nachweis der 3 Monate Pflegepraktikum (jeweils mindestens 1 Monat)
- Erste-Hilfe-Schein
- Leistungsnachweis über Studienleistung (Veranstaltungen und Klausuren) werden über das Dekanat übermittelt. Überprüft also immer regelmäßig auf FlexNow, ob alles richtig eingetragen ist, da das Dekanat genau diese Angaben überträgt.
Sollten Teile der Dokumente bei der Anmeldung nicht vorliegen, können diese innerhalb von einem bestimmten Zeitfenster von mehreren Tagen, solange diese sich noch im Fristzeitraum befinden, nachgereicht werden. Generell gibt es auch eine Nachreichfrist.
Wenn alle Unterlagen fristengerecht eingereicht sind, erfolgt nach einer Bearbeitungszeit die Versendung der Ladungen für dich schriftliche als auch die mündliche Prüfung. Diese werden durch das HLfPG an das für die Prüfung angelegte Benutzerkonto versendet und enthalten noch einmal alle wichtigen Daten zur schriftlichen Prüfung als auch den Überweisungsträger für die Bearbeitungs und Beitragskosten von 95 Euro (Stand Physikum Sommer 2026) welche in einem bestimmten Zeitraum überwiesen werden müssen.
Mit der Ladung für die mündliche Prüfung erhalten die Prüflinge auch das Datum, die Uhrzeit sowie die Prüferkombination Ihrer jeweiligen Prüfungskommission.
Schriftliche Prüfung
Insgesamt sind im Rahmen der schriftlichen Physikumsprüfungen an zwei aufeinander folgenden Tagen mit je 4 Stunden Bearbeitunszeit, 320 Single Choice Fragen (160 pro Tag) zu beantworten.
Am 1. Tag stammen diese aus den Themengebieten:
- Physik für Mediziner und Physiologie (ca. 80 Fragen)
- Chemie für Mediziner und Biochemie/Molekularbiologie (ca. 80 Fragen)
2. Tag:
- Biologie für Mediziner und Anatomie (ca. 100 Fragen)
- Grundlagen der Medizinischen Psychologie und der Medizinischen Soziologie (ca. 60 Fragen)
Die Fragenanzahl pro Themengebiet variiert jedes Jahr ein bisschen, befindet sich aber meist in den oben genannten Grenzen.
Zu Beginn der Prüfung erhalten alle Prüflinge ein Aufgabenheft, welches die Fragen beinhaltet, sowie einen maschinell lesbaren Antwortbogen auf dem die entsprechenden Antwortkreuze durch die Prüflinge gesetzt werden sollen. Am zweiten Tag wird zusätzlich ein Heft mit Bildmaterial der Histologie und Anatomie ausgehändigt. Diese Aufgabenhefte dürfen nach Abschluss des Prüfungstages von den Prüflingen behalten sowie mitgenommen werden
Die schriftliche Prüfung ist bestanden, wenn mindestens 60% der gestellten Fragen richtig beantwortet hat (§ 14, Abs. 6 ÄAppO). Die Bestehensgrenze berechnet sich aus der Durchschnittsleistung der Erstteilnehmenden. Von diesem Mittelwert werden 22% abgezogen, der dabei errechnete Wert bildet die Bestehensgrenze.
Die Prüfungsfragen werden durch das in Mainz ansässige Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) gestellt. Fachspezifische Gutachtergruppen und Sachverständige aus den Hochschulen sind an der Formulierung und Überarbeitung der Fragen beteiligt.
Dem IMPP wurde als weitere Aufgabe die Erstellung sog. Gegenstandskataloge (GK) zugewiesen, in denen die entsprechenden Prüfungsinhalte und Anforderungen an die Studierenden festgeschrieben sind.
Mündlich-Praktische Prüfung
Der Termin der mündlichen Prüfung kann in einem Zeitraum von knapp 4 Tage nach der schriftlichen bis einen Monat nach dieser liegen. Ort, Zeitpunkt und Prüfungskommission wird durch das LPA kurz nach der Ladung zur schriftlichen Prüfung versendet.
Die Prüflinge erhalten etwa 2 Wochen vor der mündlichen Prüfung diese Ladung mir der Bekanntgabe der Prüfungskommission und Datum sowie Uhrzeit der Prüfung. Diese Ladung muss genau wie die Ladung zur schriftlichen Prüfung zu Prüfungsbeginn in Kombination, mit einem gültigen Ausweisdokument den Prüfern vorgelegt werden.
Viele der Prüfer-innen organisieren eine Art Vorbesprechung, in der sie noch einmal genauere Informationen zum Ablauf Ihrer jeweiligen Prüfung und teilweise auch dem praktischen Vortermin an die Studierenden geben.
Der mündliche Prüfungsteil umfasst die Fächer Anatomie, mit jeweils einem mikroskopischen sowie einem makroskopischen Anteil, Physiologie und Biochemie/Molekularbiologie.
Ablauf der mündlichen Prüfung
VORTERMIN
Einer der Prüfer (meist die Person mit dem höchsten akademischen Grad) bestimmt als Prüfungsvorsitzender das Fach in welchem eine praktische Teilprüfung abgelegt werden muss. Diese findet an dem Vortermin statt, der i.d.R. etwa eine halbe Stunde vor der eigentlichen Prüfung liegt und gestaltet sich je nach Fach variabel. Offiziell bekannt gegeben wird das praktische Fach allerdings erst am Morgen der mündlichen Prüfung und kann demnach in jedem der drei mündlichen Fächer abgelegt werden!
In der Anatomie kann man z.B. histologische Präparate oder elektronenmikroskopische Bilder vorgelegt bekommen, welche dem Prüfer auswertend zu präsentieren sind, in der Physiologie kann auf Versuche aus dem physiologischen Praktikum zurückgegriffen werden, die dann durch den Prüfling erneut ausgewertet sollen werden. In der Biochemie, kann auf Fallbeispiele z.B. aus den biochemischen Seminaren zurückgegriffen werden, welche dann auch wiederum auf die zugrundeliegenden Stoffwechselproblematiken hin ausgewertet werden sollen.
Das Ausmaß als auch die Schwierigkeit des Vortermines als auch der mündlichen Prüfung sind abhängig von den jeweiligen mündlichen Prüfern.
PRÜFUNG
Die mündliche Prüfung selbst findet in den Dreiergruppen mit denen sich für das Physikum angemeldet wurde statt und besteht aus einem etwa 20-30 minütigem Prüfungsgespräch je Prüfling pro Fach.
Im mündlich praktischen Prüfungsteil sind dauerhaft alle drei Prüflinge sowie die gesamte Prüfungskommission anwesend.
Der schriftliche und mündliche Teil können separat voneinander bestanden werden, sodass im Falle eines Nichtbestehens eines der Prüfungsteile nur noch dieser mit Erfolg abgelegt werden muss um das Physikum insgesamt zu bestehen. Der 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung trägt zu einem Drittel, der 2. Abschnitt der ärztlichen Prüfung zu zwei Dritteln zur späteren Examensgesamtnote bei.
Aktuelle Informationen zu den Prüfungen stellt das für Hessen zuständige Prüfungsamt auf ihrer Website zur Verfügung, hier findet sich auch der Link zur online Anmeldung für das Examen
Zum Nachlesen noch einmal die offiziellen allgemeinen Hinweise des LPA Hessen zum Ersten Abschnitt der schriftlichen Prüfung
Vorbereitung für die Prüfungen
Die Vorbereitung für Prüfungen ist im Allgemeinen etwas sehr Individuelles. Für den schriftlichen Anteil empfiehlt es sich mit alten Fragen der vorherigen Physika das Kreuzen zu üben, Hierfür bieten sich AMBOSS und THIEME online an, wobei die Studierenden der JLU durch den Unizugang der JLU gut auf Amboss zurückgreifen können. Zusätzlich dazu hat die JLU in den letzten Jahren (Leider nicht für alle Semester) einen Zugriff für den MEDILEARN Vorbereitungskurs für die schriftlichen Prüfungen gestellt. Ansonsten gibt es diverse Skriptenreihen (Endspurt, MEDILEARN) welche relativ Zielorientiert und kompakt auf die Fragen des IMPP vorbereiten.
Das Lernen für die mündlichen Prüfungen gestaltet sich noch einmal anders als das für die schriftlichen. Hier empfiehlt es sich vor allem in den Prüfungsgruppen zu lernen, vieles einmal, oder wenn die Zeit ausreicht mehrfach durch zu sprechen, und vor allem sich die prüferspezifischen Schwerpunkte anzuschauen. Ein Blick in die von der Fachschaft gesammelten Prüfungsprotokolle ist unbedingt empfehlenswert! Jeder Prüfer setzt seine Schwerpunkte etwas anders und fragt inhaltlich meist über die Grenzen der Vorbereitungsskripte hinaus, sodass sich nicht alleine auf diese verlassen werden sollte. Materialen aus den Seminaren und Praktika sind gute Anhaltspunkte um prüferspezifisch das eigene Wissen zu ergänzen.
Mai 2026 – PK